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Titelthema | Rechtsanwalt Dr. Christoph Niering, Vorsitzender des Verbands Insolvenzverwalter Deutschlands e. V. (VID) | INDat Report 04_2016 | Juni 2016

Berufsverband der Insolvenzverwalter schmiedet digitalen Plan
Neuaufstellung mit Insolvenzverfahren 4.0

Köln. Die digitale Revolution bietet Potenziale, die es auszuschöpfen gilt, so jedenfalls hat es sich die Wirtschaft auf die Fahne geschrieben.
Diesen Prozess der intelligenten Vernetzung propagiert das Bundeswirtschaftsministerium mit »Industrie 4.0«, um Wohlstand und Lebensqualität für alle zu steigern. Daran knüpft nun der Verband Insolvenzverwalter Deutschlands e. V. (VID) an und will mit »Insolvenzverfahren 4.0« eine grundlegende Reform der administrativen Abwicklung von Insolvenzverfahren anstoßen, um Medienbrüche zu vermeiden, Transparenz zu schaffen und Kosten einzusparen. Erste Überlegungen zu »Insolvenzverfahren 4.0«, die der VID am 13.06.2016 auf dem sechsten Verbandsforum Sanierung und Insolvenz in Berlin als Diskussionsauftakt skizziert hat, formuliert der VID-Vorsitzende RA Dr. Christoph Niering im folgenden Gastbeitrag. An diesen hier aufgezeigten Plan für »Insolvenzverfahren 4.0« hat der INDat Report zwölf Nachfragen an den Vorsitzenden des Berufsverbands geknüpft, um zu verdeutlichen, wohin die vom VID angedachte Reise für alle Akteure des Insolvenzgeschehens gehen könnte.

Insolvenzverfahren 4.0 – Plan oder Phrase?
von Rechtsanwalt Dr. Christoph Niering, Vorsitzender des Verbands
Insolvenzverwalter Deutschlands e. V. (VID)

Mit dem Zahlenkürzel 4.0 wird derzeit ein Entwicklungsschritt der Wirtschaft beschrieben, bei dem gleichzeitige Verlagerung und Vernetzung intensiv verbunden sind. Ursprünglich als »Industrie 4.0« mit Blick auf die industrielle Produktion geprägt, soll eine Anwendung der Internettechnologien zur Kommunikation zwischen Menschen, Maschinen und Produkten neue Entwicklungsschübe möglich machen. Dieser weite Ansatz macht den Begriff auch auf andere Bereiche des Wirtschaftslebens übertragbar. Wieso also nicht Insolvenzverfahren 4.0? Ein Einwand wäre denkbar: Es gab schließlich kein Insolvenzverfahren 2.0 oder 3.0. Insbesondere die Phase 3.0 war in der industriellen Welt eine Umschreibung von computerintegrierter Produktion, d. h. der Verlagerung und Vernetzung von Produktionsprozessen. Hier hätte man schon an die vernetzte Zusammenarbeit von Insolvenzgerichten und Insolvenzverwaltern als »Produzenten« des »Produkts« Insolvenzverfahren denken können. Manches war dabei bereits gedacht und umgesetzt worden. Vieles ist über Planungsstadien nicht hinausgekommen.
Nun also Insolvenzverfahren 4.0. Ein größerer Umgriff, der auch Gläubiger und Schuldner mit in den Blick nimmt? Wenn er darauf verkürzt würde, durch Verlagerung und Vernetzung »Produktivitätsgewinne« zu heben, Verfahren also schneller und kostengünstiger zu machen, wäre dies nur ein Ausschnitt der Möglichkeiten.
Wieso nicht auch die soziale Seite von Insolvenzverfahren mitdenken, die sich in den Social-Media-Kanälen schon heute abbildet? Wenn der schnelle und direkte Zugriff auf Informationen eine zentrale Voraussetzung für die Teilhabe am Wirtschaftsleben insgesamt geworden ist, darf das Insolvenzverfahren mit seinem staatlichen Zwang zur kollektiven Beteiligung diese Entwicklung nicht verleugnen. Um welche Punkte geht es?
• Information aller Beteiligten mithilfe des Internets: Einfach zugängliche, aktuelle und umfassende Informationen über Einleitung, Ablauf und Beendigung von Verfahren.
• Aus der Information abgeleitete Handlungsmöglichkeiten: Hinweise auf Reaktionsmöglichkeiten, die online mit entsprechenden Erklärungen und Formularen untersetzt sind.
• Teilhabe und Teilnahme am Verfahren: Nutzung von Online-Kommunikation und Online-Interaktion – Online-Gläubigerversammlungen

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