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Titelthema | Peter Reuter | INDat Report 09_2015 | Dezember 2015

Das Jahr 2015
Etappen, Entwicklungen,
Entscheidungen

Köln. Von Kurzarbeit kann generell nicht die Rede sein, doch weniger zu tun hatten die Verwalterbranche und die Restrukturierungsberater im zurückliegenden Jahr schon. Die Verfahrenszahlen gingen weiter zurück und große Beratungsmandate wie IVG und Apcoa blieben aus, wenngleich diese beiden Restrukturierungsmandate internationale Auszeichnungen erhielten. Besonders krisenanfällig zeigten sich die Branchen Automotive, Maschinen- und Anlagenbau, erneuerbare Energien, Druck, Transport, Baugewerbe, Logistik sowie Handel – darunter viele Bäckereiketten. Anleiheproblematiken traten immer häufiger auf. »Altverfahren« wie Kirch, Phoenix Kapitaldienst und Holzmann schütteten recht hohe Quoten aus, das Großverfahren Prokon kam zu einem schnellen Abschluss, während bei TelDaFax die Anfechtung den 750.000 Gläubigern eine üppige Ausschüttung vorbereitet. Derweil sorgt die geplante Reform des Anfechtungsrechts für Kritik, während das Fiskusvorrecht weiter Raum einzunehmen scheint. Die EuInsVO gilt ab 2017, doch Brüssel sorgt mit der Vorgabe vorinsolvenzlicher Sanierungsverfahren für neue Diskussionen.
Die Forderung, das ESUG nach nunmehr dreieinhalb Jahren Praxiserfahrung vor­zeitig zu evaluieren, scheint nach dieser Ankündigung zu überzeugen.

01.01. Bremerhaven. Die Cordes-Gruppe übernimmt die in der Holz verarbeitenden Industrie tätige Rettenmeier-Gruppe mit europaweit 1200 Mitarbeitern aus einer von RA Dr. Thorsten Bieg geleiteten Treuhandgesellschaft, die wiederum CMS Hasche Sigle beraten hat. Seit 2011 lief der Restrukturierungsprozess, der Jahresumsatz der Gruppe lag 2013 bei etwa 345,3 Mio. Euro.


01.01. Frankfurt/Heidelberg/Berlin. Zum Jahresbeginn schließen sich hww wienberg wilhelm und die Kanzlei Hermann zu hww hermann wienberg wilhelm zusammen, die neue Gruppe umfasst 400 Mitarbeiter, darunter 120 Berufsträger. Die Sozietät Wellensiek nimmt eine strategische Neufokussierung vor, RA Dr. Jobst Wellensiek zieht sich aus der aktiven Geschäftsführung zurück. Ein 25-köpfiges Wellensiek-Team schließt sich BBL Bernsau, Brockdorff & Partner an.


08.01. New York. Das American Bankruptcy Institute (ABI) veröffentlicht eine von einer Kommission erarbeitete 400-seitige Studie zur Reform des Chapter-11-Verfahrens, die Defizite und Handlungsbedarf aufzeigt.


16.01. Düsseldorf. Das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW) veranstaltet eine Anhörung mit 30 Experten zum Entwurfsstandard IDW ES 11, der die Insolvenzgründe betrifft. Das IDW veröffentlicht am 27.03.2015 den S 11 zur Beurteilung der Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung und drohenden Zahlungsunfähigkeit.


26.01. München. Die Gläubiger der seit April 2002 insolventen Kirch Media GmbH & Co. KG aA erhalten von Verwalter RA Dr. Michael Jaffé die achte Abschlagszahlung in Höhe von 250 Mio. Euro.
27.01. Berlin. Der Verband Insolvenzverwalter Deutschlands e. V. (VID) lädt zum Parlamentarischen Abend und lockt viele MdB mit dem Thema »Insolvenz im Umfeld der öffentlichen Hand« am Beispiel Stadtwerke Gera. Außerdem sollen die Ergebnisse der Seer-Kommission unter den Abgeordneten publiker gemacht werden.


29.01. Halle. An der Universität Halle-Wittenberg findet die Auftaktveranstaltung des Instituts für Deutsches und Ausländisches Sanierungs- und Restrukturierungsrecht e. V. (IDAS) statt, Thema u. a. die Insolvenzanfechtung.


29.01. Düsseldorf. Der Automobilzulieferer White­­sell meldet Insolvenz an, betroffen sind rund 1300 Mitarbeiter. Das AG Düsseldorf bestellt RA Dr. Biner Bähr zum (vorläufigen) Verwalter. Es ist die dritte Insolvenz des Unternehmens innerhalb von fünf Jahren. Im August verkauft der Verwalter eine Tochtergesellschaft.*


29.01. Sangerhausen. Der Verwalter der Mifa Mitteldeutsche Fahrradwerke AG, RA Prof. Dr. Lucas Flöther, überträgt den absatzstärksten deutschen Fahrradhersteller auf einen neuen Eigentümer.


29.01. Stade. Die Betreibergesellschaft von 89 Burger-King-Filialen mit 3000 Mitarbeitern zieht den Insolvenzantrag zurück. Ein Finanzpaket der Holding in Höhe von 15 Mio. Euro macht die Rücknahme des Insolvenzantrags möglich.

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