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Titelthema | Peter Reuter | INDat Report 02_2013 | März 2013

Kurz und bündig in einem Satz: Was 100 Praktiker vom ESUG halten

Köln. Seit gut einem Jahr ist das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) in Kraft. Bis heute haben die Gerichte etwa 250 Eigenverwaltungen (270?a- und 270?b?-Verfahren) angeordnet. Und Gläubiger beteiligen sich an der Auswahl der (vorläufigen) Sachwalter und Insolvenzverwalter. Viel ist im zurückliegenden Jahr zum ESUG gesagt und publiziert worden, daher sollen die Resonanzen verdichtet werden: Der INDat-Report hat 100 Praktiker und Beobachter des Insolvenz- und Restrukturierungsgeschehens gebeten, Lob, Kritik, Bestandsaufnahmen, Erwartungen und Befürchtungen, Verbesserungsvorschläge und Erfolgsmeldungen in einem Satz kurz und bündig auf den Punkt zu bringen. Somit ergibt sich aus den pointierten Statements der Verwalter?/?Sachwalter, Sanierungsberater, Gläubigervertreter, Richter, Sachverständigen der ESUG?-Anhörung im Rechtsausschuss und weiteren Verfahrensakteure eine breite Palette der Bewertungen und Einschätzungen, wie das ESUG ankommt und wirkt.

Zitate

Prof. Dr. Georg Bitter, Universität Mannheim, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Insolvenzrecht und Vorstandsvorsitzender des ZIS e.V.:

»Das ESUG will den Gesellschaftern durch die vorläufige Eigenverwaltung und das Schutzschirmverfahren Anreize zu einem frühen Gang ins Insolvenzverfahren geben, ermöglicht es aber zugleich, ihnen nach der Eröffnung ihre Gesellschaftsanteile zugunsten der Gläubiger zu entreißen; beides passt in der Zielrichtung nicht zusammen.«

RA Dr. Siegfried Beck, Dr. Beck & Partner, Seniorpartner:

»Ein wertvolles Instrument für Experten – nichts für Amateure.«

RA Dr. Bruno M. Kübler, KÜBLER, Seniorpartner:

Generell verstärkte Zusammenarbeit mit Beratern (WP, StB, RA und Unternehmensberatern) und institutionellen Gläubigern, Übernahme von Sachwalterschaften bei Wahrung eigener Unabhängigkeit; vor allem auch Übernahme operativer Restrukturierungsaufgaben als externer »Eigenverwalter« (einschließlich CRO-Funktion oder Organstellung).«

RAin Dr. Petra Hilgers, Hilgers & Partner, Partnerin:

»Der Gläubigereinfluss bei Großverfahren steigt zwar, aber für die Abwicklung der meisten Insolvenzverfahren hat das ESUG bisher keine Auswirkungen.«

RiAG a.?D. Dr. Klaus-Peter Busch:

»Der Paukenschlag, verursacht durch den Ansturm der Gläubiger auf die vorläufigen Gläubigeraus-schüsse, ist ausgeblieben, dafür spielt die Musik zu meinem Erstaunen in der Eigenverwaltung, wenn auch nach meinem juristischen Gehör mit manchen falschen Tönen.«

RA Ottmar Hermann, HERMANN, Seniorpartner:

»Am Schachbrett haben sich die Regeln geändert, wir haben verstanden und werden unsere Chancen zur Sanierung der Unternehmen konsequent nutzen.«

RA Rüdiger Wienberg, hww Wienberg Wilhelm, Seniorpartner:
»Das ESUG leitet einen Bewusstseinswandel ein: Insolvenz ist Sanierungsoption und nicht Zerschlagungseinbahnstraße.«

(…)

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