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Titelthema | Peter Reuter und Sascha Woltersdorf | INDat Report 03_2012

Hilfreicher Verstärker zur Leistungsschau?

Newsletter von Verwalterkanzleien

Köln. Durch das ESUG hat sich der Adressatenkreis der Auftraggeber für Verwalterkanzleien vergrößert. Zum einen erhalten die einzelnen Gläubigergruppen bei bestimmten Verfahrensgrößen ein Mitspracherecht bei der Verwalterauswahl. Zum anderen eröffnet das ESUG neue Betätigungsfelder für Verwalterkanzleien rund um das neue Schutzschirmverfahren und das attraktiver gestaltete Planverfahren. Wie nun über das Insolvenzgericht hinaus neue, potenzielle Auftraggeber von seinen Leistungen überzeugen? Einige Sozietäten setzen dabei auf einen Newsletter, andere planen diesen in Kürze einzuführen und wiederum andere verzichten ganz bewusst auf diesen in ihren Augen nur vermeintlichen Verstärker. Der INDat-Report hat daher die Top 30 Kanzleien befragt, welche Bedeutung für sie ein Newsletter als Marketinginstrument zur Leistungsschau hat.

Der 01.03.2012 markiert mit dem ESUG eine deutliche Veränderung im Insolvenzrecht und dessen praktischer Umsetzung. Durch dieses Reformgesetz erweitert sich das Aufgaben- und Angebotsspektrum des Insolvenzverwalters, der nicht mehr nur das Insolvenzgericht als seinen »Auftraggeber« vorfindet, sondern den Radius, um mit seinen Leistungen werbend zu überzeugen, deutlich erweitern kann. »Da durch das ESUG eine Liberalisierung des Marktes besteht und die strikte Trennung von Insolvenzverwaltung und Sanierungsberatung nicht mehr so bedeutend ist, geben HERMANN RWS und Hermann Jobe & Partner seit 2012 eine gemeinsame Publikation heraus«, sagt RA Ottmar Hermann. Der von Anwälten der Sozietät betreute und halbjährlich gedruckte und als Download erscheinende Newsletter trägt den Titel »standpunkt« und richtet sich an Mandanten, Unternehmen und Kreditinstitute.

Die Kanzlei Westhelle und Partner bietet derzeit noch keinen Newsletter an, doch das könne sich ändern, erklärt RA Dr. Fritz Westhelle. »Seit Geltung des ESUG kann es interessant sein, Unternehmen zu Zwecken der Restrukturierung anzusprechen. Wir überlegen also, künftig einen Newsletter herauszugeben.« Auch die Sozietät KÜBLER hat für dieses Jahr einen Newsletter ins Auge gefasst, der digital verschickt werden soll, erklärt RA Dr. Bruno M. Kübler. WELLENSIEK habe kanzleiintern mehrfach über die Sinnhaftigkeit von Newslettern als Marketinginstrument diskutiert, antwortet RA Christopher Seagon. Man sei stets, auch aktuell, zu dem Ergebnis gekommen, durch einen solchen jedenfalls derzeit kein Marketing betreiben zu wollen. »Man mag die Auffassung vertreten, dass mit Blick auf die Bestimmungen des ESUG ein stärker gläubigerorientiertes Marketing sinnvoll ist und dies gegenüber einer Vielzahl von Beteiligten, bspw. gegenüber Kreditinstituten, »effizient« mittels »Postwurfsendung« oder Newsletter erfolgen kann.« Diese Überlegung habe sicherlich ihre Berechtigung, sie entspreche aber auch nicht in Zeiten des ESUG dem Kanzleiverständnis von Marketing. Zudem sei eine gewisse »Newsletter-Müdigkeit« festzustellen, die dazu führe, sofern die Übermittlung per E-Mail erfolgt, dass ohne Kenntnisnahme des Inhalts weggeklickt würde.

Auf eine relativ lange Erfahrung mit einem Newsletter kann hww wienberg wilhelm zurückblicken, die diese dreimal im Jahr erscheinende, auch als »Newsletter« titulierte Publikation, seit fünf Jahren in gedruckter Form per Post versendet. Eine Online-Version gebe es nicht, sagt Burkhard Jung von hww CMS, aber er werde auf der Homepage präsentiert. Der Adressatenkreis setze sich aus persönlich bekannten Mitgliedern der »Sanierungscommunity« zusammen – Verwalter, RAe, WP/StB, Unternehmensberater, Banker, Kreditversicherer, PSVaG – allerdings erfolge kein Versand an Dritte, zu denen man keinen Kontakt unterhalte. Die Beiträge über Themen wie das ESUG, IDW S 6 und Distressed M&A würden von Partnern und Mitarbeitern der Kanzlei verfasst oder stammten von Gastautoren. »Unternehmensinterne Neuigkeiten werden nur am Rande mitgeteilt und sind nicht zentraler Baustein des Newsletters.« Feedback erhalte man nur in Einzelfällen, sagt Jung, »dann aber positiv«. Wegen bestimmter Themen hätten sich nachweislich Mandatsbeziehungen ergeben.

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