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Editorial | Peter Reuter | INDat Report 01_2019 | Januar 2019

Was war und was kommt

Um es nicht als Randnotiz erscheinen zu lassen, beginnen wir
die erste Ausgabe des Jahres mit dieser Feststellung: Die InsO feierte am 1. Januar dieses Jahres ihr 20-jähriges Bestehen. Jahrestage sind zumeist Anlass, ausführlich zurückzublicken.
Wir verzichten darauf. Warum?
Die meisten Praktiker sind doch wenig daran interessiert, die bekannten Meilensteine Revue passieren zu lassen. Zu spannend (und sicherlich auch ein Stück weit ungewiss) sind die Zukunft und die weitere praktische Handhabung der InsO.
Die finale Fassung des Richtlinienentwurfs zum präventiven Restrukturierungsrahmen liegt vor. Viele nationale Öffnungsklauseln hat der Gesetzgeber neben einigen verbindlichen Vorgaben sowohl stimmig in die InsO als auch in ein wahrscheinlich zu schaffendes Restrukturierungsgesetz einzupflegen.
Dieses gesetzliche Vorhaben erscheint als Mammutaufgabe, denn sie sind im Wettbewerb der Rechtsordnungen und im engen zeitlichen Korsett umzusetzen. Damit ist nicht nur die Umsetzungsfrist von zwei Jahren gemeint, sondern auch der Vorsprung der vielen Mitgliedstaaten, die uns wie Frankreich beim präventiven Tool einige Schritte voraus sind. Auch die Evaluierung des ESUG und das Berufsrecht fließen in dieses Großprojekt ein, sodass diese Veränderungen für die Praxis noch bedeutender
sein werden als die des ESUG.
Der Restrukturierungsrahmen löst bestimmt keinen Ansturm auf das präventive Sanieren aus. Auch das ESUG hat das Gros der Verfahren nicht betroffen, aber die größeren Fälle konzentrierten sich immer mehr bei der Eigenverwaltung. Ähnlich könnte es sich beim präventiven Tool verhalten. Das Regelverfahren wird auf kurz oder lang daher (noch) mehr das Image erhalten, eher für die aussichtslosen und kleineren Fälle zuständig zu sein.
Wenn das so eintritt, ändert sich für den »modernen« Sanierungsverwalter aber nichts, weil er seine Fähigkeiten zu Fortführung und Unternehmenserhalt sowie zur neutralen Koordination weiterhin ausüben kann, aber nun verteilt auf mehrere Verfahrenstypen und ausgedehnt bis zur Beratungsleistung. Der Restrukturierungsrahmen schreibt dem Verwalter im Übrigen eine viel bedeutendere Funktion zu, als es die Kommis­sion ursprünglich wollte. Er muss diese hinzugewonnene Rolle bald auszufüllen lernen und prägen.
Daher an dieser Stelle kein Blick zurück auf 20 Jahre InsO, denn er hätte nur eine nostalgische Wirkung, sondern in die Zukunft, die viel Bewegung und Flexibilität verlangt, um den Anschluss nicht zu verlieren.

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